Mir erzählen und schreiben viele Menschen, dass sie seit dem Lockdown zugenommen haben. Sie fühlen sich rund, manche sehen es objektiv auf der Waage, andere vermeiden den Weg dorthin, wieder anderen passen trotz gleichem Gewicht die Hosen nicht mehr. 

Mir geht es ähnlich, ein paar Hosen sind leider betroffen. 

Da kann mir ein Wissenschaftler erklären, dass der Lockdown doch nur eine kurze Zeit war. Ich habe gelernt, dass Muskelabbau bereits nach 8-10 Tagen einsetzt. Aufgrund meiner Erfahrungen in den letzten Jahren, weiß ich das ich nach einem Urlaub von 2 bis 3 Wochen durchaus wieder ein wenig von vorne mit dem Training begonnen durfte. 

So war das auch immer für meine Trainierenden. 

Wenn wir also ca. 3 Monate nicht wie gewohnt trainieren konnten, hat sich unser Körper doch sehr verändert. Muskeln sind schwerer als Fett – also haben wir bei gleichem Gewicht an Volumen zugelegt. Also kein Wunder, dass der Hosenbund kneift obwohl die Waage nicht mehr Kilos anzeigt! 

Der Lockdown war Stress, wir haben in gewisser Weise ums Überleben gekämpft und dafür braucht unser Gehirn Zucker. 

Inzwischen wurde auch belegt, dass die unzähligen Online Meetings psychisch anstrengend sind. Für mich hatte sich das in den ersten beiden Wochen gezeigt. Ich bin in der glücklichen Lage, dass ich meine Teilnahme an vielen Meetings selbst entscheiden kann. So entschied ich nach einiger Zeit sehr bewusst etwa nur noch einmal die Woche in Online zu sein. Das reichte. Mir gab es plötzlich viel mehr Freizeit und Freiheit.  

Natürlich kann das nicht jeder. Für unser Gehirn ist ein Onlinemeeting eine Stresssituation. Denn wir können damit nicht richtig umgehen. 

Stress wiederum lässt uns zu Zucker, Chips greifen – alles was uns schnell Energie liefert. Zeitliche Engpässe, die gesundes Kochen nicht zulassen tun ihr übriges. 

Jetzt heißt es bewusst diese Schrauben wieder zurückdrehen. Natürlich bedeutet das die Ernährung wieder auf einen gesunden Pfad zu bringen, die Schokolade & Co. weg zu lassen. Der andere wichtige Faktor ist unser Körperbefinden. Denn wenn wir ausreichend entspannt sind, funktioniert unser Stoffwechsel besser, unsere Organe können optimal arbeiten. 

Aber wie in die Entspannung kommen, wenn wir aufgekratzt sind, so viel zu tun ist? Die gesamte Lebenssituation sich immer noch neu und einfach anders anfühlt?

Viele denken jetzt an Meditation, denn das poppt gerade überall auf. Natürlich ist Meditation gut und wirksam. Aber damit anzufangen, kann sehr anstrengend sein. Denn es verlangt von der bekannten Situation, ständig unter Strom zu stehen 

auszusteigen und an nichts denken. Wir müssen also unser Denken ausleeren, den Kopf in gewissem Maße abschalten. 

Es gibt aber noch Methoden. 

Ich konnte damals auch nicht an nichts denken und habe für mich die Progressive Muskelentspannung nach Jacobsen entdeckt. Hier werde ich über das Körperliche so beschäftigt, das mein Kopf sich auf meinen Körper konzentrieren muss. So konnte ich an nichts anderes denken.

Gleichzeitig wirkt das An- und Entspannen einzelner Muskeln wirklich entspannt. Anspannungen werden spürbar reduziert. Danach sind Kopf und Körper wie erfrischt. 

Ich habe es vor ein paar Wochen wieder angefangen und habe direkt gemerkt, mein Essverhalten hat sich von ganz alleine verändert. 

Weniger Angespanntsein bedeutet auch sich einfach wieder besser fühlen, wieder Lust auf Bewegung, Sport zu verspüren. Beweglicher fühlen verändert weiter unser Essverhalten und Bewegung erhöht natürlich auch unseren Kalorienverbrauch.

Deshalb geh ich jetzt auf dem Reformer Pilates trainieren – das ist für mich Entspannung und Sport! 

Pilates auf dem Reformer