Haben Sie Schulterprobleme? Von vielen Menschen erhalte ich darauf, „ach nur Verspannungen“.  Wenn wir dann mit Bewegungen starten, ist unklar was sie überhaupt bewegen sollen. Das ist ein klares Indiz für wirklich lange und starke Verspannungen. Aber wir gewöhnen uns daran. Stellen Sie sich vor, Sie müssten starke Schmerzen jeden Tag ertragen. Ihr Körper stellt die Schmerzen ein Stück ein, denn Sie ändern ja nichts. Aber woran erkenne ich überhaupt, dass ich Schulterprobleme habe:

Können Sie Ihren langen Arm über Kopf strecken, als wenn Sie die Decke erreichen wollten? Wenn Ihnen die Bewegung Probleme bereit, ist es ein Indiz für beginnende Probleme.

Manchmal glauben wir auch, wir könnten diese doch recht einfache Bewegung machen. Achten Sie dabei auf Ihren Kopf. Zu gerne kippen wir unseren Kopf an den Arm anstatt wirklich den Arm zum Kopf nehmen. Natürlich sollte Ihr Kopf gerade und in der Mitte bleiben – so als stünde Capuccino auf Ihrem  Kopf.

Weitere Anhaltspunkte für ein Schulterproblem können sein: Spüren Sie Ihre Verspannungen unangenehm? Haben Sie das Gefühl, Ihre Schulterpartie ist fest und hart? Ohne Massagen kommen Sie nicht durch die Woche? Natürlich können das einfach Verspannungen sein, aber Sie könnten sich einfacher leichter und unbeschwerter fühlen.

Wenn Sie im Bett liegen, haben Sie Schulterschmerzen.  

Unsere Schultern sind ganz besonders komplexe Konstruktionen und ermöglichen uns viel Bewegungsmöglichkeit. Wir können Dinge vor uns erledigen, das Buch vom obersten Regalbord holen, Auto und Fahrrad fahren. Kochen, Essen, unzählige Dinge mehr. Sie merken schon, eigentlich alles war wir im Alltag einfach so tun, erledigen wir mit unseren Händen und Armen. Grund hierfür ist die große Bewegungsmöglichkeit in unseren Schultern. Das ist eine enorme evolutionäre Errungenschaft, die allerdings wie alles im Leben auch Nachteile mit sich bringt.

Die Gelenke der Schulter können diesen großen Freiraum bieten, da viele Muskeln diese Gelenke führen und ein verhältnismäßig großer Abstand zwischen den Knochen besteht. Bedingung für ein reibungsloses Funktionieren der Gelenke ist der richtige Ablauf und  die richtige Bewegungsrichtung, damit hier nichts aufeinander stößt oder gegeneinander arbeitet. Nur wenn unsere Haltung aufrecht ist, kann sich unser Schulterblatt wirklich gleitend über unsere Rippen bewegen. Denken Sie beim Griff nach der Kaffeedose daran Ihre Wirbelsäule aufzurichten?

Besonders, dass wir die meiste Zeit unseres Tages im Sitzen vorgewölbt an unserem Bildschirm sitzen, schwächt unsere Haltemuskulatur zusätzlich. Das wir im Laufen dann noch in unser Smartphone tippen oder ein Buch auf dem Tablet lesen, verschlechtert unsere Haltung weiter: Smartphone, Tablet sind noch kleiner, wir ‚rollen’ uns noch mehr nach vorne zusammen.

Haben Sie schon mal bewusst gespürt, wo Ihre Schultern so im Laufe des Tages sind?  Liegen sie wirklich auf den Rippen? Wie ist es, wenn Sie unangenehme, stressigere Emails lesen? Schieben laufende und anstregende Anrufen Ihre Schulter immer weiter nach oben zu den Ohren?

Vielleicht wird Ihr Rücken auch etwas runder? Denn wer sitzt schon den ganzen Tag mit einem kerzengeraden Rücken vor dem Rechner? Was ja auch nicht wünschenswert ist, aber zu einem anderen Thema führt.

Bleiben wir jetzt bei den Schultern:

Im gesunden Zustand gleitet unser Schulterblatt über unsere Rippen nach unten und außen. Damit wird im Arm-Schultergelenk Platz für den Armknochen gemacht um ihn nach oben zu strecken.

Probieren Sie es aus und fühlen Sie bewusst, wie sich Ihre Schulterblätter über Ihre Rippen bewegen.

Schultermuskeln und Knochen