Räkeln beim Aufwachen

Gähnen, strecken, räkeln ist wichtig für einen guten Start in den Tag!

In der bewegten Pause starteten wir vor ein paar Tagen mal ganz anders. Es gab keine genaue Übungsanleitung, sondern ich regte meine Teilnehmer dazu an, sich zu recken und zu strecken. Den ganzen Körper, eine Seite lang machen, sich groß zu machen, räkeln – so wie wenn Du morgens aufwachst und Deinen ganzen Körper einmal komplett bewegst um Dich für’s Aufstehen vorbereitest.

Dazu gehört auch das Gesicht aufzuwecken, nochmal die Augen zu schließen und zu gähnen.

Erschreckende Selbsterkenntnis

Mit dieser Übung hatte ich mich doch tatsächlich selbst erwischt: Während wir uns alle intuitiv räkelten und dehnten, fiel mir auf, dass ich das selbst morgens gar nicht mache. Welche erschreckende Erkenntnis.

Ich musste feststellen, dass ich morgens aufwache und mein Kopf direkt mit dem Denken beginnt. Gefühlt ist das Aufwachen abrupt und ich starte übergangslos in meine Aufgaben, ich springe in die Tätigkeiten meines Tages. Meine Termine, die to-do’s meiner Liste, Ideen, die verwirklicht werden wollten. Ebenso Einkäufe, die erledigt werden wollten. Ich schrieb vor meinem inneren Auge bereits Emails, SMS, erinnerte mich an Telefonate, die ich führen wollte und an Übungen in Trainings, die ich mit bestimmten Menschen machen könnte, damit es ihnen besser geht, sie sich wohler fühlten.

gähnen im Bett

Während wir uns online in der bewegten Pause streckten und reckten, erkannte ich, dass mein eigenes Aufwachen morgens im Grunde kein schöner Start in den Tag für mich selbst war.

„Mensch, dass mache ich gar nicht!“ oder „schon lange nicht mehr so gereckt und gestreckt“ bestätigten meine Teilnehmer meine eigene Erfahrung. Es ist schön zu wissen, nicht alleine zu sein, doch letztendlich macht es die Situation nicht besser.

Aufwachen hat Sinn

Vielleicht hast Du einen Hund oder eine Katze schon mal beobachtet, was sie nach einem Nickerchen tun. Egal ob morgens oder irgendwann am Tag, nach den Nickerchen, wird sich ausgiebig gereckt, gestreckt und gedehnt bevor Hund, Katze aktiv werden. Kein Tier würde aufwachen und sofort losrennen, ausgenommen natürlich im Notfall. Im Tierreich ist das der natürliche Prozess. Durch das Strecken und Räkeln bereiten sie den Körper physisch, Faszien und Muskeln auf das folgende Aktivwerden vor.

Hund wacht auf

Gähnreflex für mehr

Physisch, in den Tag gleiten in Aktion kommen, signalisieren wir unserem Gehirn mit dem Gähnreflex, dass wir wach werden. Gähnen und Lidreflex gemeinsam bringen wieder vermehrt Tränenflüssigkeit auf unsere Netzhaut. Vielleicht kennst Du das, dass Du beim Gähnen manchmal kleine Tränen in den Augen hast.

Zusammen mit dem Räkeln und Strecken bringen wir mehr. Luft in unsere Lungen, mehr Sauerstoff in unseren ganzen Körper, die Arme bewegen sich ganz automatisch nach oben und wir machen uns groß! Das ist echtes Vorbereiten für’s Aktivwerden. Recken und Strecken, genussvolles Räkeln und sich selbst bereit machen für den Tag der vor Dir liegt oder im Laufe des Tages für die nächsten Aufgaben tut uns einfach gut. 

Gähnen hilft unseren Augen 

Durch das Gähnen bringen wir mehr Sauerstoff in uns, das verhilft uns zu mehr Konzentration, besseren Ideen ebenso wie zu besserer Bewegung. Richtiges Gähnen hält die Netzhaut optimal feucht, das ist besonders wichtig, wenn wir sehr viel drinnen sind und viel am Computer arbeiten.

Mentale Impulse

Gähnen ist auch ein Zeichen von Entspannung und wenn Du so richtig herzhaft, nach Lust und Laune gähnst, wird es Dir ein Bedürfnis sein, die Arme nach oben zu nehmen und Dich zu strecken. Das ist ein ganz natürlicher Effekt, denn so können wir noch mehr Luft in unsere Lungen bekommen. Gleichzeitig weckt uns das Strecken mental, es mobilisiert unsere Energie und signalisiert unserem Gehirn, das es jetzt losgeht!

In der bewegten Pause strecken und räkeln wir uns jetzt häufiger. Damit lösen wir Anspannungen, machen uns bereit für mehr Bewegung und werden voller Energie!

Für mich selbst habe ich mein Aufwachen inzwischen geändert und entscheide mich ganz bewusst für diese mich selbstschätzende Art des Tagesstarts. Ich tue es für mich, denn dieser Moment tut mir gut und ich bin für mich genauso wichtig wie meine Teilnehmer und Trainierenden. Ganz ehrlich ist es herrlich! Es ist so viel schöner und ich fang den Tag einfach genießerisch an. So fängt der Tag besser an!

Wie wachst Du auf, wie startest Du in den Tag? Bist Du Dir wichtig und nimmst Dir Momente für Dich? Wenn ich Dir mit meiner Erfahrung und meinem Blog mehr Aufmerksamkeit für Dich gebracht habe, freu ich mich. Besonders auch wenn Du es mit mir teilst. 

Persönlich online trainieren am 12.5.21 von 18 bis 19.30 Uhr