Lockdown Rückenschmerzen

Ja, auch mich als Trainerin hat es erwischt. Ich, die trainiert ist, regelmäßig Faszien ausrollt, viel in Bewegung ist und beweglich ist, hatte Rückenschmerzen. Menschen um mich herum fanden das unglaublich. Für mich war es logisch. Denn Rückenschmerzen kommen, wenn uns etwas zu viel wird. Lockdown und die auch für mich damit aufkommende Existenzangst, hatte mich eines Nachts nicht mehr schlafen lassen. Morgens waren dann die Rückenschmerzen da:

Lockdown Rückenschmerzen

Bis dahin fühlte ich mich körperlich fit, genoss mein fast tägliches Morgen-Training, auch oder besonders wenn mein Tag voll war. Nun lagen gefüllte und aufregende Wochen, geschäftlich wie auch privat, hinter mir. Dieser Stress hatte sich schmerzhaft in meinem Rücken manifestiert.

Rückenschmerzen unterer Rücken

Anstrengende Situationen und Phasen mit viel Stress kennen die meisten wohl von uns. Wir spüren es ist alles etwas viel, was wir tun wollen oder zu tun haben und natürlich kann das auch einfach psychisch eine Herausforderung sein. Es muss nicht immer nur der zeitliche Stress, die übervolle To-Do-Liste sein.

Damit wir in solchen besonderen Situationen dieses „mehr“ schaffen, versetzt unser Körper uns in einen Aktionsmodus.

Greenlight-Reflex im Rücken

Das ist so, als wenn du an einer roten Ampel stehst. In dem Moment, in dem die Ampel auf Grün umschaltet, schaltet auch dein Körper auf „bereit“, Muskeln spannen sich an, damit du losgehen kannst. Dies ist ein ganz natürlicher Reflex und wird als „Greenlight-Reflex“ oder auch Landau-Reflex bezeichnet.

Bei Missachtung: Bandscheibenvorfall

Heute leben viele von uns permanent in diesem höheren Aktionsmodus. Wir sind ständig in Bereitschaft etwas zu tun. Die Rückenmuskeln und Faszien sind dauerhaft gespannt und so verstärkt sich die Lendenwirbel-Lordose, unser natürliches Hohlkreuz. Eigentlich ein regulärer Vorgang, damit wir losgehen und aktiv werden können. Bei ständig angespannten Muskeln allerdings erhöht sich der Druck auf die Bandscheiben im unteren Rücken und drückt permanent auf die Lendenwirbel. Das geht eine Weile gut. Bis, ja bis unser Körper nicht mehr kann und uns Einhalt gebietet mit schmerzhaften Anspannungen.

Erste Hilfe ist Ruhe, vor allem geistige

Rückenschmerzen bremsen uns aus, das was wir vorhaben wird ersatzlos gestrichen, nichts geht mehr, erlebte ich jetzt selbst. Ruhe wird so durch die Schmerzen erzwungen. Genau das, was wir uns in der Vergangenheit nicht gegeben haben und zu viel gemacht haben. Hören wir auf die ersten Signale, ist es mit etwas Ruhe und Entspannung auch schnell wieder gut.

Für mich bedeutete das, langsam werden, den Terminkalender ausmisten wie auch die To-Do-Liste von Ballast für die nächsten Tage rigoros befreien und auch mein reguläres Morgen-Training entsprechend zu ändern. Das nennen wir heute Selbstfürsorge!

Meine professionelle Erfahrung für mich

Mein Vorteil, ich kenne alle wichtigen Übungen für Rückenschmerzen, ich kann meine eigene Trainerin und Gesundheitsberaterin sein. Jetzt tat ich das für mich, was ich in meiner langjährigen Erfahrung als Trainerin vielen Menschen mit Rückenbeschwerden unterrichtet habe. Ich startete in einzelnen Schritten mit meiner Wunderübung, den Beckenkreisen. Diese unscheinbare winzige Übung mit dem großen Effekt. Diese Übung lehrt die angespannten Rückenmuskeln das Loslassen und wieder entspannen zu können. Da lag ich morgens auf meinem Cadillac und spürte in jede kleine Bewegung meiner Knochen und Muskeln, in jeden Unterschied von einem zum nächsten Kreis. Die Anspannungen und meine Schmerzen wurden mit jeder Kreisbewegung weniger. Manchmal mochte ich mit dieser Übung gar nicht aufhören, so gut tat es.

Fast eine Wunderübung

Mein persönliches Rückenprogramm beinhaltete folgendes:

  • Mobilitäts-Übungen am Morgen, wie Beckenkreise
  • Abwechselnd einreiben mit Kälte-Gel und meiner individuellen Mischung ätherischer Ölmischung u.a. mit Wintergrün
  • Leichtes Krafttraining, sowie
  • Faszien-Ausrollen Beine, Po, Rücken und vor allem auch Nacken um meine Faszien zu entspanne
  • auf meinem Trampolin „bellicon“ schwingen bis ich unglaublich schnell wieder springen konnte und natürlich
  • Spazierengehen, raus in die Natur für meine geistige Entspannung.
bellicon springen
Faszien ausrollen gegen Rückenschmerzen

Meine Leidensphase war auf eine Woche beschränkt, dank meiner selbstverordneten professionellen Eigentherapie und meine Sensibilität.

Spüren statt „da muss ich halt jetzt mal durch!“ wurde mir jahrelang als der falsche Weg deklariert, ich bin jetzt wieder einmal froh, dass ich diesen Weg gehen kann.

Wenn wir alle mehr in uns und uns spüren, wären Rückenschmerzen nicht auf Platz eins der Zivilisationskrankheiten und die volkswirtschaftlichen Kosten wesentlich geringer. Was ist eine Woche langsamer leben gegenüber wochenlangem Arbeitsausfall oder sogar Operationen und Reha?

Balance von Spannung und Entspannung

Die eigene Gesundheit ist wichtig, deshalb sind Pausen ebenso wichtig wie die eigenen Grenzen kennen und im Ernstfall auch zu verteidigen. Ich hatte in den Wochen vorher auf mein Wandern einige Male verzichtet. Das ist meine wichtige Auszeit, die jetzt wieder ganz fest in meinem Kalender steht. Schließlich haben wir nur diese eine Gesundheit. Wertschätzen wir sie und achten unseren Körper mit ausreichend guter Bewegung, kleine Pausen und Auszeiten.

Wandern ist meine Auszeit
Rücken?
Training für einen entspannten Rücken mit Uta